Auf unserer Hüttentour in 2025 wurde der Wunsch geäußert eine Alpenüberquerung zu planen. Alpenüberquerungen sind nicht nur etwas für Hardcore-Wanderer, die Österreichischen Zentralalpen bieten immer wieder Durchgänge, die Wandern durch nicht schwieriges Terrain ermöglichen. Somit wurde der Plan in die Tat umgesetzt.
Samstag 11.07.2026 erfolgte die Anreise nach Ehrwald mit der Bahn, die 9 Frauen waren bestens gelaunt und so verging die Bahnfahrt wie im Flug, obwohl wir mit 3 Stunden Verspätung unterwegs waren.
Sonntag 12.07.2026 Mit der Ehrwalder Almbahn fuhren wir zur gleichnamigen Alm. Von hier aus stiegen wir bei schönstem Wetter über die Hochfelderalm – die Zugspitze vor Augen und mit einem letzten Blick auf Ehrwald - Richtung Felderer Jöchl auf mit einem prächtigen Blick auf das Wettersteingebirge und die Mieminger Kette. Angekommen am Steinernen Hüttl wurden wir von den neuen Hüttenwirten äußerst nett begrüßt – einen Besuch auf jeden Fall Wert. Bergab über einen alten Jägersteig erreichten wir die Tillfußalm und über den Ganghoferweg unser Ziel.
Montag 13.07.2026 Bei sehr heißen Temperaturen starteten wir in Leutasch-Weidach und stiegen durch den Wald über die Rappenlöcher zum Katzenkopf auf. Es öffnete sich ein perfekter Rundblick auf das Leutaschtal, das Wettersteingebirge sowie das Karwendel. Weiter über das Hochmoos erfolgte der Abstieg über die Wildmoosalm nach Seefeld. Hier kam uns der Wildsee wie gerufen, nach so viel Schwitzen, raus aus den Wanderklamotten und rein in das kühlende Nass.
Dienstag 14.07.2026 Mit dem Wanderbus fuhren wir zur Axamer Lizum. Im Talschluss ragen die Kalkkögel „Nordtiroler Dolomiten“ mit der Marchreisenspitze auf. Über einen aussichtsreichen Höhenweg vom Birgitzköpfhaus erreichten wir das Joch Sailennieder und weiter über den steilen Hirtensteig Fulpmes im Stubaital.
Mittwoch 15.07.2026 Am Vortag gab es Gewitter und Regen. Diese Wetterlage setzte sich fort, daher fuhren wir mit dem Bus vom Stubai- ins Geschnitztal nach Trins. Ab Mittag klarte der Himmel auf und das Geschnitztal wurde über den Jubiläumsweg mit Trinser Wasserfall erkundet. Trins ist ein Bergsteigerdorf, d.h. ein Ort wo die Einheimischen einen sanften, naturbezogenen Tourismus betreiben, ohne exzessiven Skitourismus mit Seilbahnen, planierten Pisten, Speicherseen für Schneekanonen oder überdimensionierte Hotelbauten.
Donnerstag 16.07.2026 Das Wetter spielte uns wieder in die Karten und so starteten wir bestens gelaunt in die nächste Etappe. Von Trins aus ging es steil bergauf zur Trunahütte und zum Eggerloch. Ab dem Eggerloch erwartete uns eine Höhenwanderung auf über 2100 m Höhe mit unvergleichlichen Blicken auf die Zillertaler, die mächtige Tribulaungruppe und unser nächstes Etappenziel das Obernberger Tal mit Obernberger See. Vor dem sehr steilen Abstieg wurde eine Rast und ausgiebige Badepause am Lichtsee eingelegt.
Freitag 17.07.2026 Von Obernberg ging es zunächst zum Obernberger See, ein geschützter Bergsee mit türkisblauem Wasser und der malerischen Kapelle Maria am See auf einer Halbinsel. Über alte Schmugglerwege überschritten wir am Sandjöchl den Alpenhauptkamm und damit die Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien. Hier verlief mit aufwendigen Befestigungsanlagen der Alpenwall „Vallo alpino“. Der lange Abstieg brachte uns dann ins idyllische Pflerschtal in Südtirol.
Samstag 18.07.2026 Auf unserer letzten Etappe wanderten wir von Ladurns, hoch über dem Pflerschtal über den Dolomieu-Weg. Hier hatte man eine perfekte Sicht zu den Gletschern im Pflerschtal, den Tribulaun und in das Wipptal. Der Pfad führte uns zu den idyllisch gelegenen Vallming Almen. Hier wird der typische Vallminger Graukäse hergestellt. Über das Flaner Jöchl erreichten wir die Bergstation der Rosskopfbahn. Mit der Kabinenbahn erfolgte die Abfahrt vom Sterzinger Hausberg zum Stadtrand von Sterzing. Sterzing ist die nördlichste Stadt Italiens mit einer sehr schönen Altstadt, in der man farbenfrohe Bürgerhäuser, typische Erker und charmante Gassen findet. Der perfekte Platz um eine Wanderwoche ausklingen zu lassen.
Sonntag 19.07.2026 Rückreise mit der Bahn nach Köln (ohne 1 Minute Verspätung!!!)
Abschliessend möchte ich sagen:
Es war wiedermal eine sehr schöne Wanderwoche mit euch, viele Kilometer und Höhenmeter. Jeden Tag andere Landschaftseindrücke, interessante und informative Gespräche mit Einheimischen. Ein tolles Miteinander, viel gelacht, geschwitzt und auch gesungen.
Ein Dank an euch, ihr habt es mir leicht gemacht.
Eure Teamerin
Monika Klein